Am Dienstag, 3. November 2026, werden ab 14 Uhr in der Stadt Wunstorf erneut Stolpersteine verlegt. Geplant ist, dass der Künstler und „Erfinder“ der Stolpersteine, Gunter Demnig, selbst die Gedenksteine sowohl in Steinhude als auch in Wunstorf setzen wird.
Als Rahmenprogramm dieser mittlerweile dritten Verlegung sowie der entsprechenden Fortschreibung des größten dezentralen Kunstdenkmals Europas in Wunstorf zeigt das FORUM Stadtkirche in diesem Jahr die Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ des Anne Frank Zentrum, Berlin. Mehr als 800 Schülerinnen und Schüler, sämtliche 9. und 10. Klassen der weiterführenden Schulen Wunstorfs (Hölty-Gymnasium, Evangelische IGS sowie Otto-Hahn-Schule), werden vormittags die Ausstellung in der Wunstorfer Stadtkirche besuchen. Zwischen dem 29. Oktober und dem 25. November 2026 ist die Ausstellung dann Dienstag- bis Sonntagnachmittag, 14 bis 17 Uhr, für die Öffentlichkeit geöffnet.
Elke Helma Rothämel, 1. Vorsitzende des FORUM Stadtkirche, erläutert die aktuelle Relevanz der Wanderausstellung: „Das Anne Frank Zentrum bestärkt seit seinen Anfängen Kinder und Jugendliche darin, sich für Demokratie und die Gleichberechtigung aller Menschen einzusetzen. Der besorgniserregende Anstieg von Antisemitismus in Deutschland und weltweit nach dem 7. Oktober 2023 sowie die Zunahme von rechtsextremen und rechtspopulistischen Einstellungen zeigt, wie relevant diese Arbeit auch heute noch ist.“ „Wir, als FORUM Stadtkirche, freuen uns, dass es – gemeinsam mit vielen Partnern und Unterstützern – gelungen ist, diesen besonderen außerschulischen Lernort nach Wunstorf zu holen und in der Stadtkirche – im Herzen unserer Stadt – präsentieren zu können“, wünscht sie der Ausstellung zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
Neben der Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum, Berlin, unterstützen sowohl die Klosterkammer Hannover als auch die Heinrich-Dammann-Stiftung, aus Söhlde bei Hildesheim sowie die ev.-luth. Stifts-Kirchengemeinde Wunstorf als (finanzielle) Förderer die umfangreiche „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“-Ausstellung in der Stadtkirche.
„DEINE ANNE. EIN MÄDCHEN SCHREIBT GESCHICHTE“
„Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ ist die größte Wanderausstellung des Anne Frank Zentrums. Sie erzählt Anne Franks Lebensgeschichte, die Geschichte des Nationalsozialismus und Holocaust; sie fördert die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung und der Bedeutung von Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie.
Die Ausstellung erzählt in sechs Abschnitten von Anne Franks Leben und ihrer Zeit: von den ersten Jahren in Frankfurt am Main und der Flucht vor den Nationalsozialisten, über die Zeit in Amsterdam und das Leben der Untergetauchten im Versteck bis zu den letzten sieben Monaten von Annes Leben in den Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen. Viele private Fotos erlauben einen Einblick in das Leben der Familie Frank und ihrer Freundinnen und Freunde. Die Ausstellung erzählt außerdem die Geschichte des Tagebuchs seit dessen Veröffentlichung. Anne Franks persönliche Geschichte wird in den historischen Kontext gestellt. Neben der Geschichten der Verfolgten und ihrer Helfer wird auch die Perspektive von Mitläufern sowie Tätern dargestellt.
Die Ausstellung thematisiert Fragen, die Anne Frank beschäftigt haben und die auch heute noch aktuell sind. Es sind Fragen zu Identität, Zugehörigkeiten und Diskriminierung: „Wer bin ich?“, „Wer sind wir?“, „Wen schließen wir aus?“. Die Ausstellung thematisiert auch aktuelle Formen von Antisemitismus und Diskriminierung. Ausgehend von der Frage „Was kann ich bewirken?“ ermutigt sie, sich für eine gleichberechtigte Gesellschaft zu engagieren.
Sie ist darüber hinaus ein mobiler Lernort: In seinem Rahmen werden Jugendliche zu AusstellungsbegleiterInnen ausgebildet. Damit ermöglicht die Ausstellung eine partizipative und jugendgerechte Form der Erinnerung an Anne Frank und die Geschichte des Nationalsozialismus und Holocaust.
Die Ausstellung wurde im Rahmen des Projektes „Anne Frank und wir“ vom Anne Frank Haus in Amsterdam und dem Anne Frank Zentrum in Berlin entwickelt. Nach der Erstpräsentation im Deutschen Bundestag ist sie seit 2012 als Wanderausstellung bundesweit zu sehen.
ANNE FRANK ZENTRUM, BERLIN
Das Anne Frank Zentrum erinnert mit Ausstellungen und weiteren Bildungsangeboten bundesweit an Anne Frank und ihr Tagebuch: Zwischen 1942 und 1944 lebte Anne Frank mit ihrer Familie und vier weiteren Personen versteckt in einem Hinterhaus in Amsterdam und schrieb dort Tagebuch. Am 4. August 1944 wurden die Untergetauchten entdeckt, verhaftet und deportiert. Anne Frank starb im Alter von 15 Jahren im Februar 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Annes Tagebuch wurde nach ihrem Tod veröffentlicht und weltweit berühmt. Das Anne Frank Zentrum schafft Lernorte, in denen sich Kinder und Jugendliche mit Geschichte auseinandersetzen und diese mit ihrer heutigen Lebenswelt verbinden. Der gemeinnützige Verein hat seinen Sitz in Berlin und ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, anerkannter Bildungsträger der Bundeszentrale für politische Bildung sowie Mitglied im Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten. Seit seiner Gründung war das Anne Frank Zentrum mehr als fünfhundert Mal mit Wanderausstellungen in ganz Deutschland präsent. Es ist seit 1998 die deutsche Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in Amsterdam.
SPENDEN für die ERINNERUNGSKULTUR WUNSTORF
Wer uns dabei – für weitere Verlegungen von Stolpersteinen in Wunstorf oder für die jeweiligen Rahmenprogramme – finanziell unterstützen möchte:
FORUM Stadtkirche e.V.
DE18 2505 0180 0041 1739 49
Verwendungszweck: Erinnerungskultur Wunstorf
(Name und Adresse falls eine Spendenbescheinigung gewünscht wird.)
Wer persönlich helfen möchte, kann sich sehr gerne bei Andreas Varnholt, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Erinnerungskultur Wunstorf oder auch bei uns melden: post@forum-stadtkirche.de
[Photo: Anne Frank, 1942.
Quelle: Fotosammlung Anne Frank Haus.]










