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Hölty-Ausstellung: „Franz Kafka: Aus unruhigen Träumen“ – Verwandlungen zwischen Text, Bild und Raum

Eine gelungene Vernissage „Aus unruhigen Träumen“

In der (beinahe) voll besetzten Stadtkirche erlebten die Besucherinnen und Besucher am Sonntag, den 20. September 2026, einen besonderen Nachmittag im Zeichen Franz Kafkas. Eine eindrucksvolle Performance und szenische Darstellung von Kafkas „Kleine[r] Fabel“ stimmte auf die Ausstellung ein.

Anschließend luden die Exponate zu „Die Verwandlung“ zum Entdecken und Erforschen ein. Das Publikum ließ sich auf Kafkas faszinierende Welt ein, die in Zeichnungen, Collagen, Assemblagen sowie in den mit viel Liebe zum Detail gestalteten künstlerischen Objekten zum Leben erweckt wurde.

Ein gelungener Auftakt, der Literatur, Kunst und szenisches Spiel auf eine besondere Weise miteinander verband - ein Format, das unbedingt wiederholt werden sollte.

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt."

Mit diesem Satz beginnt Franz Kafka seine legendäre Erzählung „Die Verwandlung“. Der vieldeutige Text steht im Zentrum eines fachübergreifenden Projektes des HÖLTY-Gymnasiums Wunstorf zu Leben und Werk des Schriftstellers, an dem die Fächer Deutsch und Kunst sowie das Seminarfach beteiligt sind. „Kafkaesk“ nennt man auch in der Alltagssprache absurde Situationen von unfassbarer Bedrohung und bedrückender Ausweglosigkeit, von denen der Autor in seinen Texten erzählt. Er lässt uns die Hilflosigkeit seiner Figuren miterleben.

Wie sich „Die Verwandlung“.in den dreidimensionalen Raum übertragen lässt, haben die 21 Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses auf erhöhtem Niveau unter der Leitung der Kunstlehrerin Katja Ippisch erprobt. Zunächst haben sich die Schülerinnen und Schüler den verschiedenen Szenen der Erzählung zeichnerisch angenähert. Dabei stand nicht allein Gregor Samsas Verwandlung in ein ungeheures Ungeziefer im Mittelpunkt; die Schülerinnen und Schüler haben sich vielmehr mit den Gefühlen beschäftigt, die durch diese unfreiwillige Metamorphose hervortreten – Fremdheit, Ausgrenzung, Einsamkeit, Angst und Ekel – und mit der Frage, was geschieht, wenn ein Mensch von seiner Umwelt plötzlich mit anderen Augen gesehen wird. 

Aus diesen Gedanken entstanden vielfältige Bildideen. Die zunächst entwickelten zweidimensionalen Entwürfe wurden Schritt für Schritt weitergedacht und schließlich in dreidimensionale Werke sowie reliefartig den Raum erobernde Assemblagen übertragen. Dabei experimentierten die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Formen, Überlagerungen und Kontrasten sowie mit räumlichen, überraschenden Pop-up-Elementen, die – wie auf einer Theaterbühne – zum Teil durch gezielte Beleuchtung effektvoll in Szene gesetzt werden.

Die so entstandenen räumlichen Objekte zu der Erzählung eröffnen dem Betrachter ganz unterschiedliche Zugänge zu Gregors Geschichte. Mal steht die bedrückende Enge seines Zimmers im Mittelpunkt, mal die Distanz zu seiner Familie, die körperliche Verwandlung oder die zunehmende Ausgrenzung. Die Kunstwerke erzählen Kafkas „Verwandlung“ nicht einfach nach; die entstandenen Assemblagen zeigen vielmehr eindrucksvoll, wie Literatur durch künstlerische Gestaltung in den Raum übertragen und neu interpretiert sowie im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ gemacht werden kann.

Überzeugen Sie sich selbst und erleben Sie, wie Kafkas Worte durch die Ergebnisse des Projektes des Deutsch- und Kunstkurses lebendig werden.

Franz Kafka
Aus unruhigen Träumen
Verwandlungen zwischen Text, Bild und Raum

Fächerübergreifendes Projekt des Deutsch- & Kunstkurses des HÖLTY-Gymnasiums Wunstorf:

Ausstellung: 20. September bis 18. Oktober 2026

Reguläre Öffnungszeiten:
Dienstag und Mittwoch: 15-17 Uhr
Donnerstag: 15-18 Uhr
Freitag: 10-12 Uhr

Veranstalter: FORUM Stadtkirche und das Hölty-Gymnasium Wunstorf

Fächer: Kunstkurs auf erhöhtem Niveau Jahrgang 13 unter der Leitung von Katja Ippisch (21 Schülerinnen und Schüler) sowie Deutschkurs auf erhöhtem Niveau Jahrgang 13 unter der Leitung von Dr. Stefan Helge Kern (18 Schülerinnen und Schüler)